Wer das "Conservation Lab" des Museums Auschwitz-Birkenau betritt, spürt sofort den heiligen Ernst, mit dem hier gearbeitet wird: Restauratoren in weißem Kittel beugen sich über zerschlissene und verbeulte Koffer, die auf weißen, hell erleuchteten Tischen liegen. Im Raum herrscht Stille, man hört nur das Kratzen der Borstenpinsel, Radierer und Schaber, mit denen die Relikte des größten Völkermords der Geschichte gereinigt werden.

Restauratoren erlernen ihr Handwerk gemeinhin an edlen Kunstwerken vergangener Epochen, an barocken Deckenmalereien oder mittelalterlichen Steinmetzarbeiten. Dass sie sich hier mit alten Koffern abgeben, ist die Folge eines geschichtspolitischen Dogmas: Nicht ein einziges Zeugnis, das Opfer und Täter des Holocausts hinterlassen haben, soll dem Verfall preisgegeben werden.

"Natürlich hält nichts ewig", sagt Margrit Bormann, 38, eine deutsche Restauratorin, die im Conservation Lab arbeitet, aber man könne den Verfall immerhin "verlangsamen". Auch sie beschäftigt sich

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 3/2019.
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