Jeden Abend machen sich die Eltern von Ronja auf einen schweren Weg. Ihre Route führt sie rund einen Kilometer bis zur Trambahnhaltestelle Köpenicker Chaussee/Blockdammweg in Berlin-Lichtenberg. Sie bleiben vor einem weißen Fahrrad stehen, das mit Blumen geschmückt ist, drum herum sind Plüschtiere und kleine Laternen angeordnet. Dort zünden die Eltern eine Kerze an, manchmal auch mehrere. Danach bleiben sie noch einige Minuten schweigend stehen.

"Es ist das Einzige, was wir noch für unser Kind tun können", sagt Vater Uwe L., "hier können wir ihr wieder nah sein." Tag für Tag, seit einem halben Jahr. Vielleicht, sagt der Vater, schaue sie ja von oben zu.

Nur wenige Meter von der provisorischen Gedenkstätte entfernt ist das 13jährige Mädchen von einer Straßenbahn überfahren worden, am 12. Juni. Besonders tragisch: Ronja hat den Unfall zunächst überlebt. Sie musste offenbar sterben, weil bei der Bergung eine folgenschwere Panne passierte.

Was genau geschah, darüber rätseln die Eltern noch immer.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 51/2018.
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