In einer lauen Frühlingsnacht, um genau 2.44 Uhr, legt Lokomotivführer Klaus Rühmann den Handhebel der S-Bahn-Linie 45 nach vorn und setzt seinen Zug in Bewegung, einen Dreiviertelzug der Baureihe 481. In so einen Zug passen fast 700 Fahrgäste, aber Rühmann transportiert keine Menschen in dieser Nacht. Er ist allein. Er zieht sechs unbesetzte, unbeleuchtete Waggons hinter sich her, am südöstlichen Stadtrand von Berlin, und es sieht aus, als wollte er die S-Bahn entführen.

Der Zug fährt geradeaus durch die dunkle Nacht, dann, wie um Luft zu holen, nimmt er eine lang gezogene Kurve nach links und taucht schließlich, auf Höhe der Gemarkung Selchow, durch einen Tunnel unter die Erde ein. Klaus Rühmann bewegt jetzt 60 Tonnen Stahl mit 80 Kilometern in der Stunde auf sein Ziel zu.

Die Schienen hier sind praktisch neu. Sie führen in einen Bahnhof, der merkwürdig unbenutzt daliegt. Er hat drei Bahnsteige, sechs Gleise, Aufzüge, Rolltreppen, Anzeigetafeln, alles, was es braucht. Es gibt nur keine

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