Zur Weihnachtszeit foppt der Germanist Martin Schubert seine Studenten gern mit einer simplen Frage: "Warum stehen Ochs und Esel eigentlich so selbstverständlich an jeder Krippe, obwohl sie dort in der Bibel mit keinem Wort erwähnt werden?"

Um diese Frage im Fernsehquiz "Wer wird Millionär" zu beantworten, brauchte es einen ganz besonders gebildeten Telefonjoker. Denn wer weiß schon, dass die beiden Huftiere der langen Tradition einer mitunter recht freien Bibelauslegung entstammen? Nachlesen kann man das in den 700 Jahre alten Texten eines namenlosen Autors.

Dieser Anonymus, der vermutlich irgendwo im heutigen Österreich lebte, vollbrachte noch weit Größeres: Er übersetzte um 1330 bedeutende Teile des Alten und des Neuen Testaments und dazu etliche religiöse Sagen und Überlieferungen aus dem Lateinischen ins Deutsche – etwa 200 Jahre bevor der Reformator Martin Luther mit seiner deutschen Bibelfassung dem Volk "auff das Maul sehen" wollte.

Luthers Übersetzung gilt bis heute als schöpferische

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 52/2018.
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