Obschon fern des Gemetzels an der Front, drohte das Kriegsjahr 1941 für Karl von Frisch zur Katastrophe zu werden: Ein Bienensterben grassierte in Deutschland. Die Seuche vernichtete mehr als 800.000 Völker. Was tun ohne die Bestäuber? Es würde Missernten geben, das war klar. Zu allem Überfluss versuchte das Reichssippenamt, Frisch als "Vierteljuden" von seinem Professorenposten in München zu verjagen.

Verzweifelt suchte Frisch, damals Mitte fünfzig, einen Ausweg. Bislang hatte er eher als Grundlagenforscher gearbeitet. Nun schwenkte er in die Praxis um: Wie lässt sich die "Arbeitsintensität" der Tiere steigern? Er schrieb dem Unirektor, dass er sich nicht bewusst sei, "in Wort oder Tat jemals etwas unternommen zu haben, was den Interessen des nationalsozialistischen Staates zuwiderlaufen würde". Und bat, "Volk und Staat" zu dienen, indem er weiterforsche, darunter: "Heil Hitler".

Er durfte weiter Wissenschaft betreiben, ließ aber auch einen dubiosen Film drehen, dessen Darstellung der Drohnen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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