SPIEGEL: Pinguinforschung sei nichts für Weicheier, schreiben Sie in Ihrem neuen Buch. Warum?

Pütz: Eine Pinguinkolonie riecht wie ein Fischmarkt am Abend. Das Geschrei Zehntausender Brutpaare geht auf die Ohren. Während der Forschungsarbeit ringe ich mit 30 Kilogramm schweren Kaiserpinguinen, die mit ihren Flügeln um sich schlagen und mit ihren messerscharfen Schnäbeln auf mich einhacken. Die Narben auf meinen Händen zeugen davon.

SPIEGEL: Und doch können Sie sich keinen besseren Beruf vorstellen?

Pütz: Meine Arbeit bringt mich an die frische Luft, darüber hinaus ist sie häufig ausgesprochen lustig. Als Teenager sehen Königspinguine aus wie kuschelige Kaffeewärmer, und wenn sie flügge werden, bekommen sie oft absurde Anfälle. Sie rennen dann ziellos umher und verkloppen voller Enthusiasmus jeden Kollegen, der ihnen im Weg steht. Wenn ich mich bei der Feldarbeit hinlege, fangen sie irgendwann an, auf mir herumzuklettern. Sie wollen einfach gerne oben sein.

SPIEGEL: Was fasziniert Sie an den

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2018.
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