"Dämmer und Aufruhr": Jeder in diesem Buch raucht, jeder seine eigene markante Marke: Roth-Händle, Reval, Pall Mall, Ernte 23, Gauloises. Als läge ein Zigarettendunst über den Geschehnissen, an die Bodo Kirchhoff, 69, sich erinnert. Das Bild der Erinnerung ist gelbstichig. Doch es geht um ganz reale Ungeheuerlichkeiten, um sexuelle Übergriffe in der Jugend Kirchhoffs in den Fünfziger- und Sechzigerjahren.

SPIEGEL: Herr Kirchhoff, Sie nennen Ihr Buch im Untertitel "Roman der frühen Jahre". Dort könnte auch Autobiografie stehen.

Kirchhoff: Nein! Wer wie ich aus der Erinnerung erzählt, hat sofort einen Fuß im proustschen Kosmos. Das Buch ist zwar eine Recherche, aber die Recherche geht über den engen Horizont des Faktischen hinaus. Jedes Erinnern geht darüber hinaus, jedes echte Erzählen. Alles andere ist Aufzählen, ein Aneinanderreihen von Fakten, wie es vor Gericht Bestand hätte, nicht aber in der Literatur.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2018.
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