An einem Sonntag im Oktober, eine Woche vor der Stichwahl, nimmt der Präsidentschaftskandidat Jair Messias Bolsonaro auf der Terrasse seines Hauses Haltung an. Bolsonaro, ein Hauptmann der Reserve, trägt ein grünes T-Shirt. Vor ihm steht sein zweitgeborener Sohn, den er im Kasernenduktus als "Null Zwei" bezeichnet. Es wirkt, als wären sie allein.

Null Zwei richtet eine Handykamera auf seinen Vater. Im Hintergrund der Aufnahme, die man sich im Netz ansehen kann, erkennt man Wäscheleinen und einen aufgerollten gelben Gartenschlauch. Vögel zwitschern. Bolsonaro sammelt sich. Dann hebt er an zu einer Rede, deren Echo durch die ganze Siedlung hallt.

Bolsonaro spricht über die Böden Brasiliens, die die fruchtbarsten der Erde seien. Das Volk, das auf ihnen lebe, sagt er, sei das beste Volk der Welt. Dann nimmt er seinen Gegner ins Visier, einen Mann namens Fernando Haddad, dessen Arbeiterpartei Brasilien mehr als ein Jahrzehnt lang regiert hatte.

"Hörst du mich, Haddad?", bellt Bolsonaro. "Unsere

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2018.
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