Als Angela Merkel am Donnerstag Dresden besucht, weiß sie schnell, dass der Gegner im Zweifel rechts steht. "Chaos und Anarchie in Deutschland", steht auf einem Schild, das ein Demonstrant in den blauen Himmel reckt. "Schieb ab, Merkel", auf einem anderen. In der Luft kreist ein Hubschrauber, Bereitschaftspolizisten sichern die Lage. "Merkel muss weg", hallt es schon eine halbe Stunde vor deren Ankunft über den Bernhard-von-Lindenau-Platz. Und: "Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin". Alle skandieren "Multi-Kulti-Endstation".

Als sich AfD-Fraktionschef Jörg Urban, dessen Partei gemeinsam mit Pegida zu den Protesten aufgerufen hat, unter die Merkel-Gegner mischt, brandet Beifall auf. "AfD, AfD", grölt die Menge. Kurz darauf steigt Merkel vor dem Landtag aus ihrer Limousine, ihr schallt "Volksverräter" entgegen. Sie dreht sich nicht um und verschwindet umgehend in den Gängen des sächsischen Parlaments.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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