Vielleicht hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer diese Bilder im Kopf: Jugendliche jagen drei Migranten durch die Nacht. Einer versucht, in einen Hausflur zu flüchten. Er tritt panisch eine Glasscheibe ein, ein Splitter schneidet die Beinarterie auf, der Mann verblutet.

Vielleicht also dachte Michael Kretschmer an 1999, an Guben in Brandenburg, als eine Hetzjagd von Rechtsextremisten mit dem Tod eines Verfolgten endete.

"Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd, es gab kein Pogrom in Chemnitz", sagte der CDU-Politiker Kretschmer, erstaunlich kategorisch, in einer Regierungserklärung am Mittwoch. Er kritisierte Medien, die "besonders weit weg waren" und deshalb "besonders pauschal, hart und oft falsch" über die Chemnitzer Proteste berichtet hätten, nachdem ein Deutschkubaner erstochen worden war und drei Asylbewerber verdächtigt werden. Er stellte sich gegen die Kanzlerin, ohne sie zu nennen, die von "Hetzjagden" gesprochen hatte, von "Zusammenrottungen". Der Ministerpräsident

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
Entdecken Sie SPIEGEL+
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!