Chemnitz ist ein Wendepunkt. Die Jagd auf Ausländer, die Hemmungslosigkeit, mit der Neonazis und ihre bürgerlichen Sympathisanten die Straße eroberten und eine Pogromstimmung entfachten, während die Polizei zusah, all das ist die Folge einer schleichenden Wiederannäherung Deutschlands an seine braune Vergangenheit.

Von den vielen kleinen Zivilisationsbrüchen der vergangenen Jahre war Chemnitz der heftigste. Bilder von Deutschen, die den Hitlergruß zeigen und Migranten bedrohen, gingen um die Welt. Das gab es zwar schon, aber im Gegensatz zu den Gewaltexzessen in Hoyerswerda, Rostock oder Solingen Anfang der Neunzigerjahre erfahren die heutigen Neonazis Rückhalt aus Teilen des Bürgertums und der Politik. Die AfD-Führung hat die rassistische Gewalt nach der tödlichen Messerattacke auf einen Chemnitzer Bürger als "Selbstverteidigung" bagatellisiert und somit legitimiert. Das macht die Situation weit gefährlicher als damals.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 36/2018.
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