Wenige Minuten. Nur so lange dauert es, bis der Schmerz ein Eigenleben entwickelt. Bis er nicht mehr nur Alarmglocke ist für eine akute Verletzung; ein SOS, das von Schmerzrezeptoren über Nervenbahnen ans Rückenmark und von dort aus ans Gehirn gemorst wird. Zunächst wird der Schmerz noch recht zuverlässig übermittelt, dem entsprechend, was unserem Körper gerade widerfahren ist: ein Schnitt in den Finger, ein aufgeschlagenes Knie, eine Zerrung im Rücken.

Oder Hitzereize auf der Hand wie jene, die Neurologen der Technischen Universität München (TUM) vor drei Jahren 41 Probanden zufügten. Die Intensität der Hitzereize variierte, auf einer Skala verzeichneten die Studienteilnehmer gleichzeitig das Ausmaß ihres Schmerzes. "Was uns selbst überrascht hat", sagt Markus Ploner, Professor für Schmerzforschung an der TUM und Leiter der Studie, "war die Geschwindigkeit, mit der sich das Schmerzerleben von der objektiven Information losgelöst hat".

Er zeigt auf ein Zeitdiagramm mit zwei Linien: Hält sich

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 6/2018.
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