Der habilitierte Historiker Schlemmer, 51, ist Experte für die Geschichte der CSU. Er forscht am Münchner Institut für Zeitgeschichte und ist stellvertretender Chefredakteur der Fachzeitschrift "Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte".

SPIEGEL: Herr Schlemmer, der CSU droht bei der Landtagswahl in Bayern das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten. Wie erklären Sie den Niedergang?

Schlemmer: Niedergang ist ein großes Wort, wenn um die 40 Prozent der Wähler für eine Partei stimmen wollen. Aber die CSU muss sich neu erfinden, wenn sie als Mehrheitspartei bestehen will.

SPIEGEL: Wie kommen Sie zu diesem Urteil?

Schlemmer: Wir erleben gerade den größten Wandel in unserem Parteiensystem seit Gründung der Republik 1949. Der Erosionsprozess, den es in anderen Bundesländern bereits gibt, hat jetzt auch in Bayern verstärkt eingesetzt. Ein altes Bonmot lautet, die CSU könne einen Besenstiel aufstellen, schwarz anmalen, und er werde gewählt. Das ist vorbei.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2018.
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