Am späten Nachmittag des 26. September 2018, zweieinhalb Wochen nachdem sein Sohn Daniel vom Kreuzfahrtschiff "Aida Luna" in die Labradorsee gesprungen ist, kommt Günther Küblböck am Hauptbahnhof in Berlin an. Er ist früh am Morgen in Passau in den Zug gestiegen, trägt Jeans, eine schwarze Fleecejacke und das Nötigste in einer weißen Sporttasche bei sich. Küblböck, 53 Jahre alt, will nur eine Nacht bleiben. Er mag Berlin nicht besonders. Große, anonyme Städte machen labile Menschen kaputt, glaubt er. Auf dem Weg nach Friedrichshain, zur Wohnung seines Sohns, klingelt sein Mobiltelefon. Küblböck geht nicht ran. Sicher wieder ein Journalist. Wie soll er anderen erklären, was er sich selbst nicht erklären kann? Küblböck sucht in Berlin nach Hinweisen, die ihm helfen sollen zu verstehen, warum sein Sohn verschwunden ist. Er dachte immer, dass er ihn gut kennen würde.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2018.
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