Anbringen der Regenbogenfahnen in Tel Aviv
Alexander Osang / Der Spiegel
Anbringen der Regenbogenfahnen in Tel Aviv

Kolumne

Darf man das? Sieht so aus.

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Seit ein paar Wochen lebe ich in Tel Aviv. Ich trenne seit Wochen den Müll nicht mehr und kaufe Eier, von denen nicht klar ist, unter welchen Bedingungen die Hühner leben, die sie legen. Von Alexander Osang

Ich ziehe nicht gern um, weil ich Schwierigkeiten habe, einen neuen Friseur zu finden. Ich habe keinen Psychiater. Ich habe eine Hausärztin, einen Zahnarzt und eine Friseurin, denen ich vertraue. Es sind die Menschen, die mich, abgesehen von meiner Frau, am besten kennen.

Als ich in New York lebte, hatte ich einen Hausarzt, der nebenbei eine Rinderfarm auf dem Land betrieb. Er hieß Dr. Jaffe, man konnte bei ihm seine Erkältung behandeln lassen, aber auch Biosteaks kaufen. Mein Zahnarzt kam aus Long Island und beschäftigte keine Sprechstundenhilfe. Er hieß Dr. Klemons, den Einlass in seine Praxis regelte er mit einem Pedal, ohne dabei seine Wurzelbehandlung zu unterbrechen. Mein Friseur hieß Mario und kam aus Puerto Rico. Er hatte die frischesten Blumen, spielte die beste Musik und behandelte seine Kundschaft so herablassend, als betriebe er eine Pariser Modefirma und keinen Friseursalon in Brooklyn. Erst als ich die drei gefunden hatte, fühlte ich mich in der Stadt zu Hause.

Genauso war es,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2018.
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