Münkler, 67, lehrte in Berlin Politikwissenschaften. Er veröffentlichte das Buch "Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma". Von Kehlmann, 43, erschien zuletzt der Roman "Tyll", der auch in jener Zeit spielt.

SPIEGEL: Herr Kehlmann, Ihr Roman "Tyll" spielt in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, und dazu schreiben Sie den Satz: "Denn es ist alles nicht lang her." Wie meinen Sie ihn?

Kehlmann: Zunächst einmal ganz wörtlich. Ich bin immer wieder überrascht, wie nah uns historische Ereignisse sind. Es ist überraschend, aber sechs Generationen reichen, und man ist bei jemandem, der Napoleon gekannt hat – langlebige Generationen natürlich, aber es geht. Oder wenn man sich die Natur betrachtet: Es stehen ja noch Bäume, die damals schon gelebt haben – und immer noch leben. Die Welt war so anders, aber all das ist uns zeitlich näher, als man denkt.

SPIEGEL: Wie sehen Sie das, Herr Münkler – ist uns dieser Krieg nahe oder fern?

Münkler: Die politische Geschichte ist eher durch

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