In Brüssel macht in diesen Tagen ein böser Witz die Runde: Was haben Emmanuel Macron, Angela Merkel und Viktor Orbán gemeinsam? Die Antwort: Alle drei, der europhile französische Präsident, die zögerliche deutsche Kanzlerin und der ungarische Rechtsaußen lehnen das Modell des Spitzenkandidaten für die Europawahl ab.

Man mag es kaum glauben, aber mit Manfred Weber, dem Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, darf sich zum ersten Mal seit Walter Hallstein in den Gründungstagen der Gemeinschaft ein Deutscher die berechtigte Hoffnung machen, zum Präsidenten der EU-Kommission aufzusteigen. Und was fällt der Kanzlerin dazu ein? "Wer Spitzenkandidat der EVP ist, kann natürlich im Prinzip auch Kommissionspräsident werden", sagt Angela Merkel. Im Prinzip.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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