In Brüssel macht in diesen Tagen ein böser Witz die Runde: Was haben Emmanuel Macron, Angela Merkel und Viktor Orbán gemeinsam? Die Antwort: Alle drei, der europhile französische Präsident, die zögerliche deutsche Kanzlerin und der ungarische Rechtsaußen lehnen das Modell des Spitzenkandidaten für die Europawahl ab.

Man mag es kaum glauben, aber mit Manfred Weber, dem Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, darf sich zum ersten Mal seit Walter Hallstein in den Gründungstagen der Gemeinschaft ein Deutscher die berechtigte Hoffnung machen, zum Präsidenten der EU-Kommission aufzusteigen. Und was fällt der Kanzlerin dazu ein? "Wer Spitzenkandidat der EVP ist, kann natürlich im Prinzip auch Kommissionspräsident werden", sagt Angela Merkel. Im Prinzip.

Statt zu lavieren, sollte Merkel sich entscheiden: Wenn Sie Bedenken gegen Weber hat, etwa weil er zu unerfahren ist und sie ihm nicht zutraut, Europas Interessen auf Augenhöhe mit US-Präsident Donald Trump zu vertreten,

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar