Freunde Mahmodi, Shimendi
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Der Fall Jamal Naser Mahmodi

Der 69. Afghane

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Wer war der Mann, der sich nach seiner Abschiebung umbrachte, dessen Fall zum Politikum für Innenminister Seehofer wurde? Ein Reporterteam des SPIEGEL hat seine Geschichte rekonstruiert. Von Matthias Gebauer, Martin Knobbe, Susanne Koelbl, Andrew Moussa, Shoib Najafizada, Maximilian Popp, Wolf Wiedmann-Schmidt

Jamal Naser Mahmodi starb so, wie er zuletzt gelebt hatte: einsam und isoliert. Er war, in den Stunden vor seinem Tod, längst nicht mehr der hoffnungsfrohe junge Mann, als der er vor sieben Jahren aus Afghanistan nach Deutschland gekommen war. Er war, so sah er das selbst, ein Gescheiterter. Er war aber auch: ein verurteilter Straftäter, ein abgelehnter Asylbewerber.

Mahmodi, 23, war einer jener Afghanen, die am 4. Juli mit einem Abschiebeflug in Kabul angekommen waren, am Geburtstag von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Ein Zufall, über den Seehofer sich sehr zu freuen schien. "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war", sagte er am Dienstag grinsend bei der Vorstellung seines "Masterplans Migration". Er wirkte zufrieden mit sich. Es war ein Scherz, den selbst Parteifreunde als geschmacklos empfanden.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2018.
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