Mit den Siebzigerjahren, mit dem Abschluss Willy Brandts eher kurzer Regierungszeit ging die alte Welt der Sozialdemokratie zu Ende, verabschiedete sich die klassische Industriegesellschaft allmählich. Die früheren Zentren des ökonomischen Fortschritts im Westen und Norden der Republik, die zugleich rund hundert Jahre lang sozialdemokratische Hochburgen gebildet hatten, degenerierten zu Stätten der sozialen Nachhut. Der "Malocher" – jener in der sozialistischen Ikonografie visuell veredelte athletische Industriearbeiter mit kräftigen Muskeln und verlässlicher gewerkschaftlich-sozialistischer Gesinnung – trat ab, nicht von einem Tag auf den anderen, aber eben doch unaufhaltsam. Die Arbeiterklasse spreizte sich fortan einerseits in die Gewinner, welche die sozialdemokratisch forcierten Bildungsreformen mit großer Energie nutzten und ihre Aufstiegschancen wahrnahmen; und andererseits in die neuen Verlierer, die an den Bildungsanstrengungen nicht teilnahmen oder daran scheiterten. Zusammen:

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2018.
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