Vor Kurzem saß ich im Kino und sah mir den Film über Gerhard Gundermann an, den Sänger und Baggerfahrer aus dem Lausitzer Braunkohlerevier, einen Film über Sehnsucht und Freundschaft, über Musik und auch über das schwierige Leben in der DDR.

Der Film, wie soll es anders sein, spielt in der Vergangenheit.

Aber was heißt schon Vergangenheit?

Nach vielleicht anderthalb Stunden – auf der Leinwand stritt Gundermann, der aus der SED geflogen war und doch als IM diente, gerade mit einem Stasioffizier – verließ ein Paar unter Protestrufen den Kinosaal: "Ein Scheißfilm ist das. Das ist gar kein Film über Musik, Sauerei."

Unruhe in den Polstersitzen. Rechts neben mir, in der Dunkelheit kaum erkennbar, machte eine Frau ihren Unmut über den Unmut laut. "Ihr seid wohl Wessis, wa!", rief sie. Dann fiel die Tür ins Schloss.

Woher kommen diese Emotionen? Und woher kommt dieses Bedürfnis nach Zuordnung? Ich fragte mich, wann das wieder aufhört, das Geschreie und Gedrohe auf unseren Straßen und Plätzen und leicht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2018.
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