Kaiser Augustus soll sich spätestens nach dem sechsten Glase Wein übergeben haben. Eine beachtliche Leistung, bedenkt man den Inhalt. Pur schmeckte römischer Wein selten gut. Um die Säure zu mildern, schütteten Winzer Kalk hinein. Weitere Zutaten: Aschenlauge, Harz, Salz, Pech, Gips oder Oregano. Wein schmeckte oft nach Essig, da eine hygienische Verarbeitung schwer zu erreichen war. 

Auch Martin Luther trank noch eine braune Flüssigkeit mit wenig Aroma und beschwerte sich über die Qualität. "Die Weine, die vom Rhein und anderswoher kommen, werden von den Fuhrleuten verdorben", vermutete er. Immerhin benutzte man zu seinen Lebzeiten Schwefel zur Haltbarmachung. Im 19. Jahrhundert dann brachte die Reblaus den Weinbau fast zum Erliegen, zwei Weltkriege zerstörten das Renommee des deutschen Rieslings, der noch um 1900 teurer gehandelt wurde als französischer Rotwein. 

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 22/2018.
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