Vom ersten Tag an bot mir die deutsche Einheit die Chance hinzuzulernen. Von Westdeutschen. Das begann mit einem Mann, der an unserer Wohnungstür klopfte: Gegeltes Haar, knallgelbes Sakko, Dialekt schwäbisch, das wusste ich aber damals noch nicht. Klar könne er reinkommen. Schon saß er in unserem neuen Ikea-Sessel. Dann ganz freundlich: Also, wir müssten ausziehen. Nach der Sanierung könnten wir ("könne mir") uns die Wohnung nicht mehr leisten ("leischte"). Er wippte im Ikea-Sessel. Dann: Auf Wiedersehen, ganz freundlich, als wäre er ein Märchenprinz. Solch eine schlechte Nachricht so freundlich überbringen, das hätte ich nicht fertiggebracht. Das musste ich lernen. Es gab auch genug Möglichkeiten. Denn nun klingelte es ständig an unserer Tür: Vertreter. Vertreter kannten wir nicht. Natürlich wurde in der DDR auch vertreten. Man vertrat sich die Beine, oder jemand vertrat den Vorsitzenden. Aber keine Firma, auch nicht "die Firma".

Natürlich wurde die Sprache auch in der DDR häufig dazu eingesetzt,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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