Einmal im Jahr bepackten wir unseren Peugeot mit Dosenananas, Kaffee und – ja, Bananen, und dann fuhren meine Eltern, meine Schwester und ich von West nach Ost. In Helmstedt, an der Grenze, empfingen uns Volkspolizisten in Grau, sie schoben Spiegel unter die Wagen, stocherten im Tank herum. Wir waren erleichtert, wenn wir es auf die andere Seite geschafft hatten.

Wir trafen unsere Verwandten bei einer Cousine meiner Mutter im Thüringer Wald. Ich freute mich auf die Klöße meiner Tante, die mir besser schmeckten als das Fertigzeug, das es im Westen selbst in Restaurants gab. Ich freute mich auf den Wald, der aussah wie in Grimms Märchen, verschlungen und mit dickem Moos und ohne die Teerstraßen, die ich aus Wäldern des Westens kannte. Ich freute mich auf die Gespräche. Weil sonst nicht viel los war, waren die Gespräche in den Küchen und Wohnzimmern lebendig. Politik stand im Zentrum und lieferte Stoff. Ich freute mich auf die drei Söhne meiner Tante, die von ihren Eltern zu Musikern erzogen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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