Heute ist ein guter Tag, Torsten Haß hat Geburtstag. Er wird 45 Jahre alt. Schnell schaut er noch in das Büro des Mehrgenerationenhauses in der Moskauer Straße und sagt Hallo. Er stellt Kuchen für später auf den Tisch. Gleich wird er wieder seinen Stadtteil verteidigen, vehement, wie so oft in den vergangenen Wochen.

Es ist kurz nach 15 Uhr an einem Montag, Haß beginnt gleich seine wöchentliche Sprechstunde ein Stockwerk höher. Er ist seit fast zehn Jahren der Ortsteilbürgermeister des Moskauer Platzes in Erfurt.

Rund 7800 Menschen leben am Moskauer Platz. Er ist einer der vier Ortsteile, die in der Stadt zusammen "Erfurt Nord" genannt werden. Es sind Plattenbausiedlungen aus DDR-Zeiten. Haß nennt sie lieber "Großwohnsiedlung".

In den vergangenen Monaten kam Erfurt Nord und damit auch der Moskauer Platz in die Schlagzeilen. Als Beispiel für einen Trend, den Wissenschaftler in einer Studie in Ost und West ausgemacht haben: dass sich Arm und Reich, Jung und Alt in Deutschland zunehmend auseinanderleben.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 30/2018.
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