Wenn nur eins seiner Schafe sich verirrt hat, lässt der Hirte die übrigen 99 Tiere stehen und sucht es. So steht es in der Bibel. Heute läuft das so: Uta Wree bekommt eine SMS mit einem Foto, es zeigt ein Schaf einsam auf weiter Flur. Der Absender: ein Bekannter auf Sylt. "Oh nein", sagt die Schäferin, "wenn Oli es nicht fängt, muss ich gleich wieder hin."

Das Tier hat sich buchstäblich aus dem Staub gemacht – genauer gesagt aus der Sandwolke, die die 520 Schafe aufwirbelten, als Uta Wree, 46, gestern mit ihnen über die Insel zockelte. Jetzt ist sie wieder auf dem Festland. Zwischen ihr und dem verlorenen Schaf liegen 91 Kilometer. Den Standort seiner Sichtung schickt Wree per WhatsApp an Oli, ihren Angestellten auf Sylt, dann setzt sie ihr Headset auf und erteilt Instruktionen: "Nimm Netze und Schrot mit." Schrot heißen die Leckerli.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
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