Michael Schulte-Markwort, 61, arbeitet und lehrt als Kinder- und Jugendpsychiater an Hamburger Kliniken.

SPIEGEL WISSEN: Herr Professor Schulte-Markwort, wie viele kleine Patienten sind heute bei Ihnen mit einer affektiven Störung vorstellig geworden?

Schulte-Markwort: Drei, das waren Kinder zwischen sechs und neun Jahren.

SPIEGEL WISSEN: Können Sie diese affektive Dysregulation genauer beschreiben?

Schulte-Markwort: Die Disruptive Mood Dysregulation Disorder gibt es bisher nur im englischen Diagnosesystem. Sie beschreibt jedoch ein bekanntes Krankheitsbild: Etwa zwei bis drei Prozent der Kinder können ihre Emotionen nicht steuern, werden nach Frustrationen sehr wütend oder wenden sich ab. In der Schule gelten diese Kinder als Störenfriede, nicht erziehbar, verweigernd. Das ist aber keine Verweigerung, sondern Überforderung.

SPIEGEL WISSEN: Ein Unterschied, den kaum jemand erkennt.

Schulte-Markwort: Es handelt sich um eine übersehene Kindergruppe. Die Störung wird oft mit ADHS verwechselt.

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