"Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie", sagt die Ärztin. Ich bin in der 13. Schwangerschaftswoche, stehe im Türrahmen zwischen Flur und Wohnzimmer, das Telefon in der Hand. Viermal hatte die junge Frau, eine Fachärztin für Humangenetik, an diesem Mittwochmorgen im November bei mir angerufen. Ich hatte das Klingeln des Handys nicht gehört, ich rechnete noch nicht mit dem Resultat des Bluttests.

"Was heißt das, kein komplett unauffälliges Ergebnis?", frage ich sie. Sie schweigt. "Bitte sagen Sie es schnell." "Trisomie 21." "Trisomie 21, das ist Down-Syndrom, nicht wahr?"

Ich weiß das eigentlich, aber ich muss es hören. Ich muss es lesen. Ich bitte die Frau, mir das Ergebnis per Mail zu schicken. Einloggen, anklicken, Anhang öffnen. "Ergebnis: außerhalb des normalen Bereichs".

Ich schaue aus dem Fenster, sehe den Weg in die Weinberge, eine Kapelle. Ich bin zu Besuch im Haus meiner Eltern. Mein Vater kocht gerade, Putenröllchen. Christoph, ich muss ihn anrufen, denke ich.

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