Justin ist fünf Jahre alt und hat schon viele Stunden seines Lebens in Wartezimmern verbracht. Allein 81-mal war er bisher bei seiner Kinderärztin, außerdem bei etlichen Fachärzten, im Wochenenddienst und in der Notaufnahme.

"Um seine Entwicklung mache ich mir wirklich Sorgen", sagt die Medizinerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Auch Justin heißt in Wirklichkeit anders. Es ist aber nicht die körperliche Gesundheit des Kleinen, die der Ärztin Kummer bereitet. Der Junge hat keine chronische Krankheit, leidet nicht öfter an Infekten als die meisten anderen Fünfjährigen. Doch für seine Eltern ist jedes Räuspern ein Notfall.

"Schläft schlecht", "Nase läuft", "harter Stuhl", "seit gestern kein Stuhlgang", "heute einmal Durchfall", "erkältet", "hustet", "hustet immer noch", "seit einer Stunde Fieber", "Atemnot (nicht nachvollziehbar)" – so liest sich die Liste der Malaisen, mit denen der Kleine bislang in die Praxis kam, manchmal mehrmals in der Woche. Oft musste er lange warten,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2018.
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