SPIEGEL: Nach 14 Jahren verbannen Sie künftig das Fairtrade-Siegel von Ihren Produkten, warum?

Zotter: Weil es Etikettenschwindel ist. Der sogenannte Mengenausgleich etwa bei Kakao oder Orangensaft erlaubt die Vermischung mit konventionellen Rohstoffen. Ich habe jetzt mein eigenes Logo, denn bei mir sind 100 Prozent des Kakaos fair gehandelt und physisch rückverfolgbar bis zu den Kooperativen, die wir alle kennen.

SPIEGEL: Ohne den Mengenausgleich könnten kleine Bauern ihre Rohstoffe kaum verkaufen, sagt die Fairtrade-Organisation. Zudem sei die Trennung von fairen und handelsüblichen Chargen kompliziert.

Zotter: Das stimmt nicht, Kleinbauern können die Zertifizierung sowieso kaum allein stemmen. Zum anderen sind getrennte Chargen längst üblich, Pioniere wie die Gepa zeigen ja, dass es mit der separierten Lieferkette klappt. Das Fairtrade von heute ist wie ein veganer Burger, in den Sie zehn Prozent Gemüse reintun, ansonsten aber Fleisch. Sie zeichnen zwar nachher buchhalterisch brav auch

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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