Als Amad A. sich von seiner Mutter verabschiedete, war er besorgt. Ob er sie und seine beiden jüngeren Brüder allein in der Türkei zurücklassen könne, habe er sie gefragt. Und das, nachdem der Vater schon nach Deutschland geflüchtet war?

Sie habe ihm zugeredet, erinnert sich Fadila A. "Geh du nur, und hab ein schönes Leben in Europa", ermutigte sie ihren Sohn im Winter 2016. Sie werde nachkommen, habe sie ihm gesagt, sie würden sich wiedersehen.

Es kam anders.

Amad A. sollte kein schönes Leben in Europa haben. Er schaffte es nach Deutschland, doch dort plagten ihn Depressionen. Er trank, bisweilen exzessiv, und er kiffte. Das Geld reichte nie. Er verletzte sich selbst, Freunden sagte er, er wolle sich umbringen.

Amad A. starb Ende September nach einem Brand in seiner Zelle im Gefängnis von Kleve, Nordrhein-Westfalen. Er hatte dort zu Unrecht eingesessen, die Polizei hatte ihn Anfang Juli mit einem straffälligen Asylbewerber aus Mali verwechselt.

Der Fall bewegt die Politik in Nordrhein-Westfalen.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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