SPIEGEL: Herr Galeotti, der Anschlag auf den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal, der in England lebt, wurde von Männern des russischen Militärgeheimdienstes GRU verübt. So jedenfalls hat es Premierministerin Theresa May im Unterhaus verkündet, ihre Regierung hält hohe russische Stellen für die wahrscheinlichen Auftraggeber. Hat Sie das überrascht?

Galeotti: Ich weiß, dass die britische Regierung es sich mit solchen offiziellen Aussagen nicht einfach macht. Da wird lange über die genaue Formulierung diskutiert. Deshalb hat mich beeindruckt, wie eindeutig May sich ausgedrückt hat. Es wird da geheimes Material geben, das der Regierung eine solche Zuschreibung erlaubt. Aber ansonsten bin ich nicht überrascht. Es hat niemand ernsthaft bezweifelt, dass diese Operation von staatlicher russischer Ebene ausgegangen ist.

SPIEGEL: War das Vorgehen dafür nicht etwas zu plump und unprofessionell?

Galeotti: Überhaupt nicht! Die Agenten sind gekommen, haben ihren Auftrag erledigt und sind verschwunden.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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