Wenn Liva wissen will, wann sie ihre Periode bekommt, schaut sie auf ihr Smartphone. Ebenso, wenn sie einen Parkschein lösen möchte, ein Bett im Hostel buchen oder herausfinden, wie viele Kalorien sie beim Joggen verbrannt hat. Und auch, wenn sie abends nach dem Feiern allein nach Hause geht, durch die dunklen Straßen zu ihrem Elternhaus. Sie verschickt dann Lebenszeichen, kurze Sprachnachrichten an Freundinnen.

Deren Nummern hat sie nicht im Kopf, warum auch? Sie sind ja in ihrem Smartphone gespeichert.

Liva ist 18 Jahre alt, sie geht in die 13. Klasse einer Hamburger Stadtteilschule. Derzeit besitzt sie Smartphone Nummer drei. Das erste Gerät bekam sie, da war sie 14 Jahre alt, von ihren Eltern geschenkt. Einfach so, es gab keinen besonderen Anlass; die anderen hatten halt auch eins. Seither hat sie das Smartphone immer dabei, immer in Griffweite: morgens, mittags, nachmittags, abends, nachts.

Das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter geworden, es ist alles in einem. Es dient ihr als Fernseher,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2018.
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