Es ist ein Uhr nachts, als Levis Osorio Andino aus einem traumlosen Schlaf schreckt. Eine Wärterin tritt an ihr Hochbett im Port-Isabel-Gefängnis und rüttelt sie am Arm. "494, steh auf!", ruft sie. "Es ist so weit."

Schlaftrunken packt Levis ihre Tasche und taumelt durch das Neonlicht der Korridore. 56 Tage lang hat sie Samir nicht gesehen, ihren sechsjährigen Sohn, der wie kein anderes ihrer Kinder an ihr hängt. Anfang Juni hatten sie nach Wochen auf der Flucht den Rio Grande überquert. Dann rissen ihr texanische Grenzschützer das Kind aus dem Arm. Amerika machte in jenen Wochen Ernst mit einer neuen Null-Toleranz-Politik, die vorsah, illegal eingewanderte Familien zu trennen. Jetzt geht es darum, das Chaos aufzuräumen, das dabei entstanden ist.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 36/2018.
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