Als sie die USNS "Trenton" das erste Mal sahen, schlugen bereits Wellen in ihr Schlauchboot, da draußen auf offener See. Die 117 Menschen hatten sich in das nur zwölf Meter lange Schlauchboot gesetzt, um den libyschen Folterlagern zu entkommen. Jetzt rissen sie sich die T-Shirts vom Leib, winkten damit und schrien um Hilfe. Auch Josef(*), der aus Nigeria kommt und an diesem 12. Juni 2018 auf ein neues Leben in Italien hoffte, zusammen mit seiner Freundin, die schwanger war.

Doch die USNS "Trenton", ein 103 Meter langer Hochgeschwindigkeitskatamaran, ausgestattet mit Helikopter und Überwachungstechnik, drehte nicht bei, sondern ab. Das Schlauchboot setzte nach, aber bald verschwand das amerikanische Kriegsschiff gen Horizont.

Einige Flüchtlinge begannen offenbar zu schreien, andere wurden still. Mit bloßen Händen schöpften sie Wasser aus dem lebensgefährlich überfüllten Boot, doch das Wasser stieg immer höher. Mütter, die nicht schwimmen konnten, gaben ihre Babys in andere Arme, vorsorglich.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 47/2018.
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