Zunächst waren es nur wenige Menschen, die an Jasna Cehić' Haustür klopften, die meisten von ihnen Kinder, 15, 16 Jahre alt, in zerschlissenen Klamotten und mit schmutzigem Gesicht. Cehić gab ihnen Tee, Brot. "Ich weiß, wie sich das anfühlt, nichts zu haben, auf der Flucht zu sein", sagt sie. "Ich war schließlich selbst einmal Flüchtling."

Bald wurden es mehr. Sie kamen über die Landstraßen und aus den Wäldern. Sie übernachteten in Ruinen, in Parks, in der Moschee im Stadtzentrum. Im Spätherbst stieg die Zahl der Flüchtlinge in Velika Kladuša, einer Kleinstadt an der bosnisch-kroatischen Grenze, auf mehr als tausend an. Und nun fragt sich nicht nur Jasna Cehić, wo das noch enden soll.

Die Migration lief lange Zeit an Bosnien-Herzegowina vorbei. Flüchtlinge reisten über Italien oder über Serbien und Ungarn nach Mittel- und Nordeuropa. Seit aber ein EU-Staat nach dem anderen seine Grenzen abriegelt, stranden immer mehr Menschen in dem ehemaligen Bürgerkriegsland. Laut Uno-Flüchtlingshilfswerk

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 52/2018.
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