Zwanzig Autominuten westlich der marokkanischen Hafenstadt Tanger, in Sichtweite Spaniens, begibt sich ein junger Kameruner auf den Weg nach Europa. Paul, so soll er hier heißen, trägt Jeans zum roten T-Shirt. Er nimmt die Schotterpiste am Meer entlang.

Im Zickzack geht es durch Pinienwälder und Dornengestrüpp, ein paar Felsabhänge hinab und an einem verlassenen Wachturm des marokkanischen Militärs vorbei. Dann ist sie erreicht – die Bucht im Süden der Straße von Gibraltar, in der er und seine Freunde den Sprung nach drüben proben. Direkt gegenüber, keine 20 Kilometer Luftlinie entfernt, liegt die spanische Costa de la Luz.

Bisher ist Pauls Flucht jedes Mal gescheitert. Entweder kam die Küstenwache und pfiff ihn zurück, oder der Wind drehte das Boot, in dem er und seine Schicksalsgenossen saßen, im Kreis.

Rund um Tanger gibt es an die 20 Strände. Allein in den vergangenen zwei Wochen versuchten 18 000 Flüchtlinge, von hier aus in kleinen Gummibooten meist ohne Motor zu jeweils fünf bis zehn

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2018.
FOTOS: JON NAZCA / REUTERS, HANI AMARA / REUTERS, BS / BESTIMAGE

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