Vier Tage und 15 Stunden bevor Majid Diallo in sein Dorf im Norden Guineas zurückkehren und den Traum der anderen zerstören wird, bevor er seiner Mutter sagen wird, dass er ihr kein Haus bauen wird, dass er dem Dorf keine Schule schenken, den Dorfvorsteher nicht beim Aufbau der Mangoplantagen unterstützen wird, läuft er eine ausgestorbene, staubige Straße entlang, zu einem der vielen Busbahnhöfe Niameys, der Hauptstadt Nigers.

Er schaut in den Himmel, wo die Flughunde kreisen. Fragend. Ein kleiner Mann, 1,68 Meter, schätzt er. 27 Jahre alt. Zurückhaltend, mit wachen Augen. Eine zerschlissene Trainingsjacke über dem Muskelshirt. Ein paar Narben wie verirrte Sommersprossen im Gesicht.

Er schiebt sich die Kopfhörer auf die Ohren. Wie Mickymaus sehe er damit aus, haben die anderen immer gesagt, die noch in Libyen sind oder tot. Er hatte Glück. Diallo läuft auf dem Boulevard Mali Bero in Richtung Norden. Auf einer dieser breiten Straßen Niameys, auf denen nie Stau herrscht, weil es dafür nicht

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar

Zusätzlich sichern Sie sich mit einer Bestellung Zugriff zu allen Inhalten der aktuellen Exklusivserie „Football Leaks“ über Hinterzimmergeschäfte und schmutzige Deals im Spitzenfußball.

Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!