In Bayern wirbt die AfD für sich mit dem Satz: "Franz Josef Strauß würde AfD wählen". Wobei: AfD darf man in dem Fall eigentlich nicht sagen. Das Plakat trägt zwar die Farbe der Partei, offiziell ist jedoch ein Verein zuständig, von dem die AfD sagt, dass er nichts mit ihr zu tun habe. Etwas verwirrend, das gebe ich zu. Aber so ist es, wenn man das System stürzen will. Dann muss man verschlungene Wege gehen.

Viel können sie sich bei der AfD nicht mit Franz Josef Strauß beschäftigt haben. Wenn ich eines mit Sicherheit weiß, dann, dass sich Strauß vieles hat vorstellen können, AfD-Wählen wäre definitiv nicht dabei gewesen. Tatsächlich hätte Strauß alles dafür getan, die AfD unterzupflügen, so wie er auch die Republikaner untergepflügt hat. Als sich die Republikaner, also die Vor-AfD, in den Achtzigerjahren anschickten, die Landtage zu erobern, verbot Strauß den Mitgliedern der CSU, sich auch nur gemeinsam auf ein Podium zu setzen. Totale Ächtung, das war seine Strategie.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2018.
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