Zwei Tage nachdem sie die Partei noch einmal ordentlich durchgerüttelt hat, sitzt Frauke Petry in ihrem Büro im Sächsischen Landtag und sortiert die Hinterlassenschaften. Die Tür zum Vorzimmer haben Mitarbeiter der AfD-Fraktion bereits verrammelt. Kaffee gibt es nicht mehr, Wasser muss in der Kantine geholt werden. Vor der Tür wartet ihr Bodyguard, der aufpasst, dass nichts passiert. Auf ihrem Arm quengelt das Baby, das Petry vor ein paar Wochen noch für die Wahlkampagne ihrer Partei in die Kamera gehalten hatte.

Petry sieht müde aus. Am Montag hat sie in Berlin erklärt, dass sie der Bundestagsfraktion nicht angehören wolle; da war sie noch Co-Vorsitzende der Partei, die sie so kurz nach der Wahl erschütterte. Am Dienstag kündigte sie ihren Austritt an. Am Mittwoch lag die Zahl der Kommentare auf ihrer Facebook-Seite bei 1345, am Donnerstag schon bei über 6000. Die wenigsten Einträge waren freundlich: Petry sei eine Betrügerin, eine Verräterin, eine heimliche Agentin der Altparteien, das

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2017.
FOTOS: HC PLAMBECK, BERND VON JUTRCZENKA / DPA

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