Im Restaurant Papa Enj an der Alten Oper, in dem Frankfurter Banker gern zu Mittag essen, gibt es an diesem Mittwoch ein Problem. Etwas ist mit der Reservierung schiefgelaufen. Kein Tisch auf den Namen Merz.

Der Gast steht an der Theke des engen Lokals und klimpert mit den Fingern aufs Holz. Er werde umgehend einen Tisch besorgen, verspricht der Mann vom Restaurant leicht eingeschüchtert von der Ungeduld des Gastes. "Geben Sie mir zwei bis drei Minuten", bittet er.

"Zwei Minuten", sagt der Gast.

Friedrich Merz hat keine Zeit zu verlieren, er hat lange gewartet, 16 Jahre. Damals, im Herbst 2002, reklamierte Angela Merkel den Fraktionsvorsitz von CDU und CSU für sich, jenes Amt, das Merz zwei Jahre lang innegehabt hatte und das sein Sprungbrett ins Kanzleramt hatte werden sollen. Seither wartet Merz darauf, dass der Spuk vorbei ist.

Jetzt ist zumindest mal ein Tisch frei. Merz greift nach der Karte. Ein Blick. Alles gescannt. Zack. Zuklappen. Blick zur Kellnerin. "Sie sind schon entsch...?" Die

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2018.
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