Ute Frevert leitet den Bereich "Geschichte der Gefühle" am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Die Historikerin, Jahrgang 1954, hat zuletzt die Untersuchung "Die Politik der Demütigung" (S. Fischer) veröffentlicht.

SPIEGEL: Frau Professor Frevert, der Buchmarkt ist voll mit Ratgeberliteratur, die Menschen helfen soll, mit ihrem Gefühlshaushalt klarzukommen. Wie erklären Sie diesen Boom?

Frevert: Man hat Gefühle als Verkaufsschlager entdeckt. Daniel Golemans Bestseller über emotionale Intelligenz aus den Neunzigerjahren ist dafür ein gutes Beispiel. Menschen, sagt er, sollen Gefühle erkennen, bei sich selber und bei anderen. Wer die eigenen Gefühle kalkuliert einsetzt, kann die der anderen manipulieren. Für Personalchefs ist das offenbar eine plausible Botschaft, zumindest verdient Goleman damit viel Geld - und nicht nur er.

Dass solches Coaching derzeit auf große Nachfrage stößt, hat viel mit der neuen Ichbezogenheit zu tun. Sie wird landauf, landab - nicht zuletzt von wirtschaftsnahen

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