Am Dienstagabend, kurz bevor Soner, ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, 43 Jahre alt, in Ruhe das erste Halbfinale der Fußball-WM sehen will, kriegt er echt schlechte Laune. Es geht um Mesut Özil. Genauer gesagt um die Fragen, ob die Deutschen den Özil nicht verstehen oder der Özil nicht die Deutschen. Was das denn nun schon wieder für eine tendenziöse Frage sei, sagt Soner, dann holt er sein Smartphone hervor und spielt ein Video ab. "Schauen Sie", sagt er. Auf dem Video ist die deutsche Elf von 1974 während der Nationalhymne zu sehen. "Der Franz, der Sepp, die anderen, keiner singt mit. Aber wenn der Türke schweigt, ist das gleich ein Skandal."

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2018.
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