Tagsüber war der ehrwürdige John Pighills Pfarrer in einer englischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Am Abend verwandelte sich der Geistliche in einen widerlichen Haustyrannen. Mal kündigte er seiner Gattin Elizabeth an, ihr Blut trinken zu wollen; bei anderer Gelegenheit verprügelte er die Frau derart brutal mit einem Stuhl, dass sie zu erblinden drohte.

Als Pighills am 8. August 1725 starb, hatte er freilich nicht einen einzigen Tag für seine häuslichen Untaten büßen müssen. Wie etliche andere Familiendespoten profitierte der Kirchenmann von einer Rechtsprechung, die eher nach den Regeln des Glücksspiels funktionierte, wie der Historiker James Sharpe heute meint.

Seit Jahrzehnten studiert der mittlerweile emeritierte Gewaltforscher, mit welchem Furor die Briten sich in ihrer langen Geschichte gegenseitig an die Gurgel gingen. Das Inselreich sei für derlei Untersuchungen besonders geeignet, so Sharpe: Hier können Historiker in Archiven Gerichtsakten und Papiere aufstöbern, die bis ins 13.

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