Transjunge Anton
TANJA KERNWEISS / Der Spiegel
Transjunge Anton

Geschlechtsumwandlung

Wie Eltern damit umgehen, dass aus ihrer Tochter Antonia nun Anton wird

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Antonia fühlt sich im falschen Körper. Sie strebt eine Hormontherapie an. Vor allem der Vater tut sich damit schwer.

Am 8. August 2002, einem Donnerstag, kam Antonia Dalichau in München zur Welt, zwei Minuten vor ihrem Zwilling Jackie, als große Schwester, die sie heute nicht länger sein mag.

Antonia war ein hübsches Mädchen, es gibt ein Foto, Weihnachten 2008, darauf ist sie mit Pausbäckchen und rotem Reif im langen blonden Haar zu sehen.

Wenn Anton, wie Antonia nur noch genannt werden möchte, sich das Foto nun anschaut, er hat es auf seinem Laptop gespeichert im Ordner "Trans", dann sagt er: "Ogottogott."

Antonia spielte als Kind mit Puppen, Jackie nicht. Antonia war brav und empfindsam, die Schwester kratzte und schlug.

Antonia war in der zweiten Klasse, als sie anfing, sich die Haare kurz schneiden zu lassen, sie wollte nur noch Hosen anziehen und Pullover tragen aus der Jungenabteilung. Einen Auslöser dafür gab es nicht, es passierte allmählich.

In der Schule ärgerte sie sich, wenn der Lehrer sagte, er brauche zwei starke Jungs, die den Tageslichtprojektor aufbauen. Antonia dachte damals: Ich bin doch

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2019.
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