Braunkohle hat einen miesen Ruf, zu Recht. Wird sie im Kraftwerk verfeuert, setzt sie Gifte frei: Dioxine, Quecksilber, Treibhausgase. Und doch ist nicht alles Dreck, was die Kohle hinterlässt.

Gibt man nämlich den Abgasen aus den Meilern Kalk hinzu, fein zermahlen, reagiert dieser mit dem Schwefeldioxid. Dann entsteht eine Kalziumsulfatverbindung, besser bekannt unter dem Namen Gips. Der künstlich hergestellte Gips ist von ähnlicher Güte wie das Naturprodukt, sogar noch reiner und farblich mitunter "weiß eins", wie Geologen sagen, also blütenweiß: ein Wunder der Chemie.

Nun ist es so, dass jedes Kohlekraftwerk in Deutschland seit 1983 eine Rauchgasentschwefelungsanlage benötigt, kurz REA. Seitdem fällt als Nebenprodukt dieses chemischen Prozesses ebensolches Kalziumsulfat an, sogenannter REA-Gips. Das Verfahren ist so ergiebig, dass mehr als die Hälfte des Gipsbedarfs in Deutschland inzwischen aus Kohlekraftwerken gedeckt wird, 2016 waren es 6,5 Millionen Tonnen. Nur 4,6 Millionen Tonnen

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2018.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!