Vor etwa zwei Jahren stieg der Schriftsteller Günter Kunert hinunter in seinen Keller. Er räumt gerade auf: sein Haus, sein Leben.

Kunert ist seit Jahrzehnten einer der produktivsten Schriftsteller Deutschlands, sein Werk umfasst Gedichte, Kurzgeschichten und Essays, Märchen, Reiseskizzen und Hörspiele, Drehbücher und Zeichnungen. Es ist, auch für ihn selbst, kaum noch überschaubar.

Im März wird Kunert 90 Jahre alt. Das Gehen macht Mühe, ebenso das Hören; vieles, was einst unentbehrlich schien, braucht er nicht mehr. Die Manuskripte gehen nach Marbach ins Deutsche Literaturarchiv, ein paar Bücher hat er Reinhard Klimmt geschenkt, früher mal Ministerpräsident des Saarlands und leidenschaftlicher Büchersammler. Anderes landet im Müll.

Kunert wohnt in Kaisborstel, Schleswig-Holstein, in der ehemaligen Dorfschule. In seinem Keller stieß er auf das Manuskript eines Romans, abgeschlossen, so stand es auf der letzten Seite, im Jahr 1976. Er handelt von einem Mann und einer Frau, die Frau wird demnächst

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 2/2019.
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