Finanzminister Olaf Scholz (SPD) ähnelt gerade einem Mann, der sein Geld zum Fenster hinauswirft, während es zur Tür wieder hineinweht, und der zugleich lauthals über seine Armut klagt. Nach Jahren üppiger Überschüsse muss er das Land darauf einstimmen, dass es so prall wohl nicht weitergehen wird. Mitten im Überfluss sieht er sich gezwungen, vom Maßhalten zu predigen.

Das Problem: Die Politiker der Großen Koalition haben sich in den vergangenen Jahren so sehr daran gewöhnt, jeden Zwist mit dem scheinbar unerschöpflichen Staatshaushalt zuzudecken, dass sie nun ungern von der Droge lassen.

Das Plus, das Scholz im vergangenen Jahr im Bundeshaushalt erwirtschaftet hat, fällt tatsächlich beträchtlich aus. Gut elf Milliarden Euro lagen die Einnahmen 2018 höher als die Ausgaben. Zum fünften Mal in Folge kommt ein Bundesfinanzminister ohne neue Schulden aus, auch der Sozialdemokrat legt ein sattes Plus vor.

Geplant war das nicht. Scholz hatte, genau wie sein Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU), bei

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 3/2019.
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