Ein Anruf beim Zweiten Deutschen Fernsehen, die Offerte eines Exklusivinterviews, und dann, zur besten Sendezeit, 30 Minuten Beharren, Belehren, Desinformation. So endete am 16. Dezember 1999 die politische Karriere Helmut Kohls vor aller Augen.

Von 1993 bis 1998, räumte der Christdemokrat ein, habe er für seine Partei "zwischen anderthalb und zwei Millionen Mark" an Spenden entgegengenommen. In bar und vorbei an den Kassenbüchern.

Das Geld habe man ihm anvertraut unter der Voraussetzung, dass die Spender nicht genannt werden. "Und ich habe nicht die Absicht, deren Namen zu nennen, weil ich mein Wort gegeben habe", erklärte Kohl. Dabei blieb er bis zu seinem Tod.

Es war das verspätete Ende der Bonner Republik. Kein anderer Politiker hat den Geist der westdeutschen Nachkriegspolitik geprägt und verkörpert wie Helmut Kohl. Die autoritäre Vorstellung von Macht, vom Patriarchen, der nach seinem Willen gibt und nimmt. Die klare Aufteilung der Welt in Freund und Feind. In der es Politiker und Wirtschaftsführer

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FOTOS: Getty Images, DPA, M. Ruetz / Verlag 2001, DPA, ullstein bild, Marco Urban, Aus TV-Dokumentation "Schäuble - Macht und Ohnmacht" von Stephan Lamby, SWR/ARD/ECO Media

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