SPIEGEL: Herr Grönemeyer, 1993 haben Sie ein Album namens "Chaos" veröffentlicht, nächste Woche erscheint Ihr neues Album, "Tumult". Beide drehen sich um die Stimmung im Lande. Was ist heute anders?

Grönemeyer: Nach der Wiedervereinigung ging es unter anderem um die Brandsätze von Neonazis in Rostock-Lichtenhagen. Vom Tenor her ist es dasselbe wie heute, aber damals hat sich das nicht so in die Gesellschaft gefräst, das waren klare, gemeine, rechtsradikale Attacken, da konnte man mit einem Song wie "Die Härte" reagieren ...

SPIEGEL: ... in dem es über Neonazis heißt: "Hart im Kopf, weich in der Birne".

Grönemeyer: Genau. Aber der im Nachhinein elementarere Song auf dem "Chaos"-Album ist "Grönland", der beschreibt ganz präzise, wo wir heute sind: "Brandspuren ziehen durch die Gemeinden".

SPIEGEL: Ein parolenhaftes Lied wie "Die Härte" findet sich nicht auf "Tumult", die Stimmung ist eher nachdenklich als agitatorisch. Warum?

Grönemeyer: Mir ging es mit dem neuen Album darum herauszufinden, inwieweit

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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